Das Projekt

Auch wenn Transporte  –  und generell das Reisen – in den Diskursen der römischen Eliten einen schlechten Ruf hatten, zeigen neuere Forschungen deutlich, dass diese einen entscheidenden Einfluss auf den Wohlstand der römischen Wirtschaft und damit auf die langfristige Existenz des Römischen Reiches hatten. Daher ist es ein absolutes Desiderat, den römischen Binnentransport transdisziplinär zu erforschen und dabei neueste technologische Entwicklungen mit experimentellen Daten und profunder historischer wie archäologischer Forschung zu verbinden, um möglichst realistische Einschätzungen zu den Transportzeiten zu erhalten. Das Ziel von STRADA ist die Entwicklung eines dynamischen computergestützten Simulationssystems für den wasser- und landgestützten Transport zwischen der Adria und der Donau.

Das Untersuchungsgebiet des ERC STRADA (Quelle: Open Street Map)

Dabei ist STRADA auf drei Ziele hin ausgerichtet:

  1. Die raum-zeitliche Untersuchung der wirtschaftlichen Zusammenhänge zwischen dem italischen Kernland (und hier besonders der Regio decima) und der Donaugrenze, für ein besseres Verständnis der langfristigen Entwicklung des römischen Reiches,
  2. die Analyse des Einflusses von Umweltfaktoren auf das antike Verkehrssystem,
  3. und die Einführung von dynamischen Simulationen in die historische Forschung.

Bei der Durchführung wird sich das Projekt auf drei eng miteinander verwobene Bereiche konzentrieren:

  1. Die möglichst exakte Rekonstruktion der antiken Land- und Wasserwege,
  2. die experimentelle Bestimmung der Leistungsfähigkeit der verwendeten land- und wassergebundenen Verkehrsmittel unter wechselnden Umweltbedingungen
  3. die Entwicklung eines computerbasierten Simulationssystems unter Einbeziehung lokaler feingranularer Topographie und historischer Wetterdaten, verschiedener Transportmittel (zu Wasser und zu Land) mit unterschiedlichen Ladungen, der Ermüdung der Akteure sowie notwendiger Pausen und Ladezeiten.

Der modulare Aufbau von STRADA garantiert die nachhaltige Nutzung und zukünftige Erweiterung des Systems, sodass es problemlos für andere Zeiten und Orte adaptiert werden kann.